Kohlenmonoxid-Gefahr bei Gasgeräten: So schützen Sie sich
Tue, Jun 16, 2026
  • Kohlenmonoxid-Gefahr
Inhaltsverzeichnis

Kürzlich veröffentlichte Bosch eine Sicherheitsmitteilung, in der darauf hingewiesen wird, dass bei bestimmten Gas-Durchlauferhitzern der Therm 4300-Serie durch Abgasleckage die Kohlenmonoxid-Konzentration (CO) im Raum ansteigen kann. Dies stellt ein ernstes Vergiftungsrisiko dar.  Dieser Vorfall erinnert erneut daran, dass Gasgeräte im Haushalt zwar praktisch, aber bei unsachgemäßer Nutzung oder fehlender Wartung   lebensgefährliche Risiken bergen können.

BOSCH(citation)

Vergiftungsgefahr aufgrund eines Abgas-Austritts durch erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration möglich.

In Deutschland sind verschiedene Gas-Durchlauferhitzer der Produktfamilie Therm 4300 betroffen, die seit 2019 hergestellt wurden.

Quelle: Bosch Home Comfort , Beitrag „WICHTIGER SICHERHEITSHINWEIS

Warum produzieren Gasgeräte Kohlenmonoxid?  

Kohlenmonoxid (CO) ist ein extrem gefährliches, farb- und geruchloses Gas, das ohne spezielle Geräte nicht wahrnehmbar ist. Es entsteht hauptsächlich bei  unvollständiger Verbrennung.

Typische Ursachen:  

  • Unvollständige Verbrennung: Flammenprobleme oder unzureichende Sauerstoffversorgung führen zu CO-Bildung.  
  • Verstopfte oder undichte Abgassysteme: Abgase können nicht ins Freie abgeleitet werden und sammeln sich in der Wohnung.  
  • Schlechte Belüftung: Besonders in kleinen oder geschlossenen Räumen kann die CO-Konzentration schnell ansteigen.  
  • Alte oder defekte Geräte: Ältere Gasdurchlauferhitzer, Gasthermen oder Herde können unregelmäßig verbrennen und CO freisetzen.  
Frau prüft Heizung neben CO-Alarm.

Welche Gasgeräte sind besonders gefährdet?  

Prinzipiell kann jedes Gasgerät CO freisetzen, wenn die Betriebsbedingungen ungünstig sind. Besonders kritisch sind:  

  • Gas-Durchlauferhitzer, die warmes Wasser sofort bereitstellen
  • Gasthermen oder Heizkessel, die sowohl Heizwärme als auch Warmwasser liefern
  • Gasherde oder Gasbacköfen, vor allem in Küchen mit unzureichender Belüftung  
  • Weitere gasbetriebene Geräte wie Gasgrills oder Campingkocher in Innenräumen  

Daher ist besondere Vorsicht bei der Nutzung von Gasgeräten geboten. Für alle Gasgeräte gilt: gut belüftete Räume, regelmäßige Wartung und keine längere Nutzung in geschlossenen Räumen.  

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?  

Kohlenmonoxid (CO) gelangt sehr schnell in den Blutkreislauf und bindet sich an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper blockiert, und die Organe sowie das Gehirn erhalten nicht genügend Sauerstoff. Selbst niedrige Konzentrationen über einen längeren Zeitraum können bereits zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. Bei höheren Konzentrationen oder längerer Exposition drohen Bewusstlosigkeit, Herz- oder Atemstillstand – im schlimmsten Fall kann CO sogar tödlich sein.  

Die Symptome einer CO-Vergiftung variieren also stark je nach Dauer und Intensität der Exposition. Bereits erste Anzeichen können auf eine leichte Vergiftung hindeuten, während längere oder intensivere Exposition zu stärkeren Beschwerden führt.

Leichte Anzeichen :

  • Kopfschmerzen  
  • Schwindel  
  • Müdigkeit
  • Leichte Übelkeit
  • Verminderte Konzentration  

Mittlere Vergiftung :

  • Starke Kopfschmerzen  
  • Schwindel
  • Herzrasen  
  • Atemnot  
  • Starkes Erbrechen  
  • Verschwommenes Sehen  
  • Orientierungslosigkeit  

Schwere Vergiftung  :

  • Bewusstlosigkeit  
  • Krampfanfälle  
  • Kreislaufversagen  
  • Atemnot  
  • Blaue Lippen oder Fingernägel  
  • Lebensbedrohliche Situation  
CO-Alarm schützt schlafende Frau.

Wie kann man einer Kohlenmonoxid-Vergiftung durch Gasgeräte vorbeugen?

Kohlenmonoxid (CO) ist farb- und geruchlos und kann ohne Hilfsmittel nicht direkt wahrgenommen werden. Zur sicheren Erkennung können folgende Maßnahmen genutzt werden: 

1. Auf Warnsignale achten  

Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können erste Hinweise auf CO sein. Details zu den Symptomen finden Sie im Abschnitt „Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung“.  

2. Umweltbezogene Hinweise beachten  

Rußbildung an Gasgeräten, ungewöhnlicher Gasgeruch oder auffälliges Verhalten von Haustieren können indirekte Hinweise auf CO-Exposition sein.  

3. Schnelles Handeln  

Bei ersten Warnzeichen sofort frische Luft aufsuchen und Gasgeräte nicht weiter betreiben, um eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu verhindern (wie erkennt man Kohlenmonoxid).  

4. Mit CO-Meldern ausstatten  

Die zuverlässigste Methode, um Kohlenmonoxid frühzeitig zu erkennen. CO-Melder sollten regelmäßig geprüft und nach Herstellerangaben ausgetauscht werden.  

Wie schützt man sich richtig mit CO-Meldern bei Gasgeräten?

Die Gefahr von Kohlenmonoxid bei Gasgeräten lässt sich am besten durch den Einsatz von CO-Meldern minimieren. Dabei gilt:  

Richtige Installation  

  • Melder in der Nähe der Gasgeräte anbringen, jedoch nicht direkt über Hitzequellen, Fenstern oder Lüftungsöffnungen.  
  • Sicherstellen, dass Möbel oder andere Hindernisse den Alarm nicht blockieren, sodass der Signalton gut hörbar bleibt. 

Regelmäßige Wartung 

  • Batterien prüfen und bei Bedarf austauschen.  
  • Testknopf regelmäßig betätigen, um die Funktion zu überprüfen.  
  • CO-Melder nach Herstellerangaben alle 5–10 Jahre ersetzen.  

Darüber hinaus ist die Auswahl des richtigen Modells entscheidend, um sich wirksam vor der Kohlenmonoxid-Gefahr bei Gasgeräten zu schützen. Moderne CO-Melder, wie der XC01-M Smarte Vernetzte Kohlenmonoxidmelder, bieten nicht nur akustischen und optischen Alarm, sondern verfügen auch über drahtlose Vernetzung und App-Funktionalität. Auf diese Weise können mehrere Melder zu einem drahtlos verknüpften System zusammengeschlossen werden, das Sie frühzeitig vor CO-Gefahr warnt – besonders bei Gasgeräten, wo eine unbemerkte CO-Konzentration lebensgefährlich werden kann.

xc01-m-intelligenter-kohlenmonoxid-alarm

Was tun, wenn der Kohlenmonoxidmelder alarmiert?

Wenn der CO-Warnmelder anschlägt oder Sie Symptome einer CO-Vergiftung bemerken, sollten Sie sofort handeln:

1. Gebäude verlassen: Bringen Sie sich und andere umgehend an die frische Luft.

2. Fenster öffnen: Auf dem Weg nach draußen leicht erreichbare Fenster öffnen, um für Belüftung zu sorgen.

3. Gasgeräte ausschalten: Alle Gasgeräte abstellen, um weitere CO-Entwicklung zu verhindern.

4. Notruf wählen: Sobald Sie in Sicherheit sind, den Notruf 112 (in Deutschland und der EU) verständigen.

Betroffene Personen betreuen: Personen mit Symptomen dürfen nicht allein gelassen werden, und die Geräte sollten erst nach fachlicher Überprüfung wieder in Betrieb genommen werden.

Fazit

Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann lebensgefährlich sein. Mit richtig installierten CO-Meldern, regelmäßiger Wartung und Aufmerksamkeit für Warnsignale lässt sich das Risiko einer Vergiftung bei Gasgeräten deutlich reduzieren. Achten Sie darauf, die Geräte regelmäßig zu überprüfen und die Sensoren rechtzeitig zu ersetzen, um einen zuverlässigen Schutz für Ihr Zuhause zu gewährleisten.

FAQ

1. Wie entsteht Kohlenmonoxid bei einer Gasheizung?

CO entsteht, wenn die Heizung nicht richtig verbrennt oder technische Defekte vorliegen.

2. Welche Symptome zeigt eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?

Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

3. Woran erkennt man Kohlenmonoxid bei der Heizung?

Ruß, ungewöhnlicher Geruch oder körperliche Beschwerden können Hinweise sein.

4. Wo sollte ein Kohlenmonoxid-Melder in einer Gasheizanlage installiert werden?  

In der Nähe der Gasgeräte, aber nicht direkt über Wärmequellen, Fenstern oder Türen. Er sollte auf Augenhöhe oder leicht darüber angebracht werden, damit er CO zuverlässig erkennt.  

5. Kann man Kohlenmonoxid riechen?  

Nein, CO ist farb- und geruchlos – man kann es weder sehen noch riechen.  

6. Wie oft sollte ein Kohlenmonoxid-Melder getestet werden?  

Mindestens einmal im Monat sollte der Alarm getestet werden, Batterien regelmäßig prüfen und nach 5–10 Jahren den Melder ersetzen.  

7. Was sollte man tun, wenn man eine Kohlenmonoxidvergiftung vermutet?  

Sofort das Gebäude verlassen, frische Luft aufsuchen, Gasgeräte ausschalten, Notruf 112 anrufen und betroffene Personen betreuen.  

8. Können moderne Gasgeräte auch Kohlenmonoxid erzeugen?  

Ja, auch moderne Geräte können CO freisetzen, insbesondere bei unvollständiger Verbrennung, verstopften Abgasleitungen oder schlechter Belüftung.  

Das könnte Ihnen auch gefallen

Top-Auswahl

  • Rauchmelder

  • CO- und Rauchmelder

  • CO Melder

  • Hausalarme